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BMW baut Management radikal um: Konzern streicht 20 Prozent der Managerstellen

01. Oktober 2026

BMW streicht jede fünfte Managementstelle und startet breit angelegte Umstrukturierung

München – Der Autobauer BMW hat am Kapitalmarkttag ein umfassendes Personalprogramm angekündigt, das ab Oktober greift und etwa 20 Prozent der Managementposten abschaffen soll. Konzernchef Milan Nedeljković begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, die Organisation zu verschlanken und die Kostenbasis zu verbessern.

Im Kern sieht das Programm die Zusammenlegung von Abteilungen vor; das Unternehmen betont, dass sich die Kürzungen in vergleichbarem Umfang auf die darunterliegenden Ebenen auswirken werden. Bereits Ende Juli hatte BMW einen weltweiten Abbau von 8000 Stellen angekündigt. In Deutschland erhalten nach Konzernangaben rund 50 000 Beschäftigte Angebote für einen freiwilligen Abschied mit Abfindungen. Schwerpunkt sind Entwicklung und Verwaltung mit besonderer Konzentration auf die Münchner Zentrale und das Forschungs- und Entwicklungszentrum FIZ.

Nedeljković erklärte, die Organisation in München sei zu groß geworden und müsse neu geordnet werden, um schlankere Entscheidungswege und mehr Unternehmergeist zu ermöglichen. Die Maßnahmen sind Teil einer Strategie, die auch eine Straffung der Modellpalette, eine mittelfristige Halbierung selbst entwickelter Komponenten sowie regional angepasste Fahrzeuglinien für China und die USA vorsieht. Ziel ist es, die operative Marge von aktuell ein bis drei Prozent bis 2028 auf drei bis fünf Prozent zu steigern und langfristig wieder acht bis zehn Prozent zu erreichen.

Nach Unternehmensangaben sind die Werke von den Managementkürzungen weitgehend ausgenommen: Die Produktion laufe mit dem Hochlauf der Neuen Klasse gut, sodass die Fabriken ausgelastet bleiben. Zugleich will BMW die Entwicklung beschleunigen und Kosten senken durch stärkere Zusammenarbeit mit Zulieferern, durch verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Testung sowie durch Kooperationen mit Technologiepartnern in Asien.

Weitere geplante Schritte umfassen die Umstellung des Vertriebs auf ein Direktvertriebsmodell ab Mitte 2027 und eine deutliche Reduktion der Zahl selbst entwickelter Komponenten bis 2032. Konzernchef Nedeljković betonte, dadurch könnten Kosten gespart und Prozesszeiten verkürzt werden, ohne dass Kunden qualitativ sichtbare Einbußen hätten.

Für viele Mitarbeitende in München und bundesweit bedeutet das Programm eine Phase großer Unsicherheit. BMW kündigte Sozialpläne und Angebote für freiwillige Abgänge an, machte aber keine detaillierten Angaben zu konkreten Sozialmaßnahmen. Beobachter sehen in den Maßnahmen eine Antwort auf den anhaltenden Druck in der globalen Autobranche, vor allem angesichts schwacher Märkte und starker Konkurrenz in China.

Die angekündigte Neuausrichtung soll den Konzern effizienter machen und ihm Spielraum geben, zugleich technisch anspruchsvolle Projekte wie die Neue Klasse voranzutreiben. Wie viele Beschäftigte konkret und auf welchen Ebenen betroffen sein werden, wird das Unternehmen in den kommenden Wochen präziser ausführen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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