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Deutsche Autoindustrie am Abgrund: IG Metall ruft zu bundesweiten Protesten gegen Stellenabbau auf

14. August 2026

IG Metall mobilisiert gegen massiven Stellenabbau in der Autoindustrie

Die Gewerkschaft IG Metall hat zum 21. September zu ganztägigen Protesten an Standorten von Herstellern, Zulieferern und Entwicklungsdienstleistern aufgerufen. Hintergrund sind Pläne und Ankündigungen zahlreicher Unternehmen, tausende Stellen zu streichen. Beschäftigte sehen ihre Existenz gefährdet und organisieren sich, um Druck gegen betriebsbedingte Kürzungen auszuüben.

Nach Angaben der Gewerkschaft haben bereits Zehntausende in der Branche ihren Arbeitsplatz verloren oder bangen um ihre Zukunft. Die IG Metall warnt vor einem Totalschaden für die deutsche Automobilindustrie, sollte die Entwicklung weiter ausschließlich über Kostensenkungen und Personalabbau gesteuert werden. Stattdessen fordert sie gezielte Investitionen in zukunftsfähige Produkte und die Sicherung von Standorten.

Die Krise sei zu großen Teilen hausgemacht, so die Gewerkschaft. Vorstände hätten wichtige Trends wie Digitalisierung und Batterietechnik verschlafen und über Jahre zu spät erschwingliche Kleinwagen angeboten. Hinzu kommen außenwirtschaftliche Belastungen wie ein schwächeres China-Geschäft, US-Zölle und die wachsende Konkurrenz chinesischer Hersteller.

Konkrete Zahlen illustrieren die Dimension: Im vergangenen Jahr sank die Beschäftigtenzahl in der Branche um rund sechs Prozent, das sind etwa 50.000 Arbeitsplätze, und liegt nun bei gut 721.000. Besonders Zulieferer haben bereits tiefe Einschnitte vorgenommen. Große Konzerne verstärken den Druck weiter: Im Volkswagen-Konzern stehen nach Unternehmensangaben weitere 50.000 Stellen zur Disposition, überwiegend in Deutschland. Porsche plant bis 2032 den Wegfall von etwa 5.000 Stellen, BMW will nach Informationen aus dem Konzern rund 8.000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung verringern. Mercedes-Benz setzt seinen Sparkurs fort, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Die IG Metall kündigt an, die Proteste bundesweit zu koordinieren und an den Aktionstagen präsent zu sein. Ziel sei es, politischen und gesellschaftlichen Druck zugunsten von Investitionsprogrammen und tariflichen Lösungen aufzubauen, die Beschäftigung sichern und einen sozialen Ausgleich ermöglichen. Gewerkschaftsvertreter betonen, dass es um mehr gehe als um individuelle Arbeitsplätze: Es gehe um die Zukunftsfähigkeit einer Branche, die maßgeblich für Wohlstand und industrielle Kompetenz in Deutschland steht.

Eine Informations- und Protestaktion der IG Metall vor dem VW-Werk in Osnabrück hatte bereits im Juli Aufmerksamkeit erzeugt und gilt als Vorbotin der im September geplanten Initiative. Die Gewerkschaft fordert, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit Politik und Arbeitnehmervertretern Wege finden, Strukturwandel sozial gerecht zu gestalten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: wiwo.de
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