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Mercedes-Benz unter Druck: China‑Absatz bricht ein und nagt an der Erholung

13. April 2026

Mercedes-Benz steht in China unter massivem Druck

Stuttgart – Mercedes-Benz erlebt einen schwierigen Start ins Jahr: Im ersten Quartal verkaufte der Konzern 499700 Pkw und Vans, das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders schmerzhaft für den Konzern ist der Einbruch auf dem wichtigsten Einzelmarkt: In China sank der Absatz um 27 Prozent.

Ohne China verzeichnete Mercedes-Benz sogar ein leichtes Wachstum beim Pkw-Absatz von rund fünf Prozent, getragen von Nachfrage in Europa und den USA. Dennoch macht der Rückgang in China die Stimmung im Management und bei Investoren angespannt: Das Unternehmen hatte mittelfristig das Ziel formuliert, wieder auf etwa zwei Millionen verkaufte Fahrzeuge zu kommen, nannte aber keinen konkreten Zeitpunkt für die Rückkehr zu diesem Niveau.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer beschreibt die Lage deutlich: «China ist zum Albtraum aller deutschen Autobauer geworden. Um den Trend zu drehen braucht es mehr Investitionen in China, sprich mehr Inside‑China. Neue Modelle in Deutschland zu entwickeln und eine China‑Version mit verlängertem Radstand in China zu produzieren und auf den Markt zu bringen reicht nicht aus».

Mercedes hat in den vergangenen Jahren mehrere strategische Kehrtwenden versucht. Weder die vorübergehende Betonung einer reinen Electric Only-Strategie noch die verstärkte Ausrichtung auf das Luxussegment sorgten bislang für eine stabile, nachhaltige Trendwende. So gingen die Pkw-Verkäufe bereits 2023 zurück, 2024 setzte sich die Schwäche fort und die Absätze bleiben hinter den Erwartungen zurück. Die Van-Sparte verzeichnete im ersten Quartal 80300 Einheiten, ein Minus von drei Prozent.

Das Management setzt Hoffnung in neue Modellstarts, darunter überarbeitete S‑Klasse, GLE und GLS, deren Markteinführung und kommerzieller Erfolg entscheidend für Margen und Erträge sein sollen. Vertriebsvorstand Mathias Geisen betonte, dass die Resonanz auf neue Produkte sehr gut gewesen sei und man nun die Verfügbarkeit nutzen wolle, um die Nachfrage in Absatzsteigerungen zu verwandeln.

Analysten bleiben vorsichtig: Die UBS senkte unlängst das Kursziel für die Aktie leicht und wies darauf hin, dass mehrere Quartale nötig seien, um die Marktdurchdringung der neuen Modelle zu beurteilen. Wettbewerber BMW scheint derzeit besser durch die Phase zu navigieren, nicht zuletzt wegen einer offeneren Technologiepolitik und dem Rollout der neuen Modellreihe Neue Klasse.

Für Mercedes-Benz bleibt China die Schlüsselfrage: Ohne eine deutlich bessere Performance in diesem Markt und zusätzliche Investitionen vor Ort wird die Erholung schwer zu erreichen sein. Stuttgart als Sitz des Unternehmens bleibt der Prüfstand für strategische Anpassungen, während Investoren und Manager genau auf die nächsten Quartalszahlen schauen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: deraktionaer.de

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