Merz warnt vor Kahlschlag in der Autoindustrie: Zehntausende Jobs in Gefahr
Industriearbeitsplätze stehen akut auf dem Spiel
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angesichts der Krise bei Volkswagen vor einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen in der Industrie gewarnt. Bei einer Veranstaltung der CDU Niedersachsen in Langenhagen bei Hannover bezeichnete Merz die Lage bei Volkswagen als beispielhaft für die schwierigen Bedingungen, mit denen die Autoindustrie in Deutschland und Europa derzeit konfrontiert ist.
Merz sagte «Uns gehen im Augenblick in großem Umfang Industriearbeitsplätze verloren. Diesen Trend müssen und wollen wir stoppen.» Er begrüßte die jüngste Einigung im VW-Aufsichtsrat, mahnte aber zugleich, dass diese Vereinbarung zunächst nur vorläufig sei und keineswegs alle Unsicherheiten beseitige.
Hintergrund ist ein umfassender Konzernumbau bei Volkswagen, der einen weiteren Abbau Zehntausender Stellen und eine erhebliche Straffung des Modellangebots vorsieht. Nach derzeitiger Planung bleibt die Zukunft mehrerer deutscher Standorte zunächst offen. Über die Zukunft der Werke in Hannover und Emden sowie weiterer Standorte soll bis Juni des kommenden Jahres entschieden werden. An Volkswagen hängen zudem zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie im Handel und Gewerbe.
Niedersachsens CDU-Landeschef Sebastian Lechner kritisierte die Landesregierung und warf ihr Versäumnisse in der Vorbereitung auf die Krise vor. Schon vor zwei Jahren sei absehbar gewesen, dass Volkswagen vor Schwierigkeiten stehen könnte; diese Zeit hätte für die Entwicklung von Perspektiven für die niedersächsischen Werke genutzt werden müssen. Die CDU kündigte an, konstruktiv an Lösungen mitzuarbeiten, forderte aber zugleich schnellere Klarheit für betroffene Standorte.
- Zentrale Botschaft: Merz sieht in der VW-Krise ein Warnsignal für die gesamte Industrie
- Konsequenzen: Sparpläne sehen großflächigen Stellenabbau und Modellreduzierung vor
- Ausblick: Entscheidungen über mehrere Werke sollen bis Juni nächsten Jahres fallen
Die Debatte um Volkswagen ist damit nicht nur eine Frage einzelner Unternehmensentscheidungen, sondern eine Prüfung staatlicher Industriepolitik und regionaler Strukturpolitik. Politik und Wirtschaft stehen vor der Aufgabe, den technologischen und wirtschaftlichen Wandel zu steuern, ohne den sozialen Zusammenhalt der betroffenen Regionen aufs Spiel zu setzen.