Festo kündigt Abbau von 1.300 Stellen an – Gewerkschaft spricht von eiskaltem Schlag für die Region
Festo kündigt deutschlandweiten Abbau von 1.300 Stellen an
Esslingen — Der Automatisierungsspezialist Festo will deutschlandweit rund 1.300 Stellen streichen. Das Unternehmen bezeichnet den Schritt als Teil eines globalen Transformationsprogramms, mit dem Strukturen gestrafft und die Kostenbasis an veränderte Marktbedingungen angepasst werden sollen.
Als Gründe nannte Festo tiefgreifende Veränderungen in den Märkten, zunehmenden Wettbewerbsdruck aus Asien und geopolitische Krisen. Konzernchef Thomas Böck betonte dabei «wir agieren noch aus einer Position der Stärke heraus» und erklärte, das Unternehmen wolle seine Rolle in der Automatisierungstechnik und in der technischen Bildung weiter ausbauen. Über die konkrete Ausgestaltung des Stellenabbaus werde derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt; das Management strebe eine sozialverträgliche Umsetzung an.
Gewerkschaft zeigt sich schockiert
Die Ankündigung löste in Esslingen und Umgebung Entsetzen aus. Die IG Metall sagte deutlich, die Beschäftigten seien dabei «eiskalt erwischt» worden. Max Czipf von der IG Metall in Esslingen warnte vor den Folgen für den Industriestandort und kritisierte den Zeitpunkt des Personalabbaus angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage.
Ende 2025 beschäftigte Festo rund 20.600 Menschen weltweit, etwa 8.200 davon in Deutschland. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro und verzeichnete damit den dritten Rückgang in Folge. Angaben zum Gewinn machte das Familienunternehmen nicht.
Festo stellt unter anderem pneumatische Antriebe sowie Steuerungs- und Automatisierungstechnik her und bietet Software- und KI-Lösungen für Branchen von der Lebensmittelindustrie bis zur Medizintechnik. Das Unternehmen ist zudem in der technischen Bildung aktiv und arbeitet an Projekten wie Bioreaktoren für nachhaltigere Produktionsprozesse.
Wie viele der angekündigten 1.300 Stellen konkret an welchem Standort wegfallen werden, ist bislang offen. Die bevorstehenden Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat dürften über die Staffelung, soziale Abfederungen und mögliche Alternativen wie interne Umstrukturierungen oder Weiterbildungsangebote entscheiden.

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