Mercedes fährt vollelektrischen GLC in Bremen in Serie
Vollelektrischer GLC verleiht Standort neues Kapitel
Bremen. Mercedes‑Benz hat im Bremer Werk die Serienproduktion des vollelektrischen GLC aufgenommen und damit einen sichtbaren Schritt in Richtung Elektromobilität vollzogen. Das Werk, in dem rund 10.500 Menschen beschäftigt sind, baut nun parallel die GLC‑Varianten mit Verbrennungs‑ und Hybridantrieb sowie die neue E‑Version und den EQE. Insgesamt laufen in Bremen elf Modellvarianten vom Band.
Vorstandsmitglied Michael Schiebe bezeichnete den Produktionsstart als Wendepunkt für den Standort. «Das erste Kundenfahrzeug wurde bereits im Januar ausgeliefert», sagte Schiebe, «und die Nachfrage ist so hoch wie nie zuvor für ein elektrisches Modell aus unserem Haus.»
Der Konzern setzt große Hoffnungen in den neuen SUV: Nach einem Rückgang des Konzernergebnisses im ersten Quartal um 17,2 Prozent, von 1,73 Milliarden Euro auf 1,43 Milliarden Euro, braucht Mercedes Verkaufserfolge, die die Erträge stabilisieren können. Der vollelektrische GLC könnte zu einem solchen Bestseller werden.
Für Bremen bedeutet die Erweiterung der Fertigung nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch eine technische Umstellung: Produktionslinien, Logistik und Zulieferketten wurden angepasst, um die Fertigung von Elektrofahrzeugen neben konventionellen Antriebssträngen zu ermöglichen. Betriebsräte und Geschäftsführung betonten, dass die Umstellung Schritt für Schritt erfolge, um Beschäftigung und Qualität zu sichern.
Die Entscheidung, mehrere Antriebsvarianten am gleichen Standort zu fertigen, spiegelt die Strategie wider, Markt und Nachfrage flexibel zu bedienen. Ob der vollelektrische GLC allerdings die erhoffte Trendwende in der Branche einleiten kann, hängt nicht nur von Produktionszahlen ab, sondern auch von Lieferketten, Batteriepreisen und der Kaufbereitschaft der Kundinnen und Kunden in Europa und weltweit.
Die Bremer Fertigung gilt als einer der wichtigsten industriellen Pfeiler der Region. Mit dem Ausbau der Elektroproduktion positioniert sich der Standort erneut als zentraler Arbeitgeber und Technologieanbieter in Norddeutschland.

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