Audi beendet Zeitarbeit am Standort nach Abschluss des Hochlaufs
Audi trennt sich nach Abschluss der Hochlaufphase von allen verbleibenden Leiharbeitern
Neckarsulm – Die Audi AG schließt am Standort Neckarsulm einen Abschnitt intensiver Produktionsanläufe ab und beendet die Beschäftigung von Zeitarbeitern, die temporär zur Bewältigung des Personalbedarfs während der Einführung neuer Modellreihen eingesetzt wurden. Nach Angaben des Unternehmens sollen zum 30. Juni rund 150 verbleibende Leiharbeitnehmer nicht länger an den Werksstandort gebunden sein.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Hochlauf der komplett überarbeiteten Modellfamilien A5 und A6. Während der Spitzenzeiten waren in Neckarsulm zwischen 1 400 und 1 600 Leiharbeiter beschäftigt. Seit Sommer 2025 hat Audi die Zahl schrittweise reduziert, einige Zeitarbeiter erhielten feste Verträge, andere wurden nach Abschluss der Ramp‑up‑Phase wieder abgemeldet.
Audi betont, dass die betroffenen Beschäftigten nicht direkt beim Konzern angestellt seien, sondern bei Fremdfirmen. Der Einsatz von Leiharbeit diene dazu, kurzfristige Bedarfsspitzen flexibel abzudecken. Die Reduzierung erfolge in Abstimmung mit dem Betriebsrat und den jeweiligen Verleihern, so ein Unternehmenssprecher.
Gleichzeitig sicherte Audi die Belegschaft am Standort für die kommenden Jahre ab: Die Beschäftigungssicherung wurde zuletzt bis 2033 verlängert, betriebsbedingte Kündigungen sind demnach weiterhin nicht vorgesehen. Dennoch sorgt die Abmeldung der verbliebenen Zeitarbeiter für Unruhe in der Region, weil viele der Betroffenen auf feste Perspektiven gehofft hatten.
Der Werksteil Neckarsulm hat in seiner Geschichte wiederholt große Anlaufphasen erlebt. Die jüngste Umstellung galt als eine der umfangreichsten am Standort überhaupt. Vor dem Hintergrund gesamtwirtschaftlicher Sparprogramme in der Autobranche war zuletzt immer wieder spekuliert worden, ob Werke verkleinert oder geschlossen werden könnten. Audi wies entsprechende kurzfristige Schließungspläne für Neckarsulm und Ingolstadt zurück und bezeichnete den Standort weiterhin als zentral für den Konzern.
Für die Betroffenen in Neckarsulm stellt sich nun die Frage nach Perspektiven außerhalb der Zeitarbeit. Gewerkschaften und lokale Repräsentanten fordern unterstützende Maßnahmen, damit Übergänge in dauerhafte Beschäftigung erleichtert werden. Der Konzern verweist auf die übliche Praxis bei Produktionsanläufen und auf vereinbarte Prozesse mit Sozialpartnern.

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