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Bilanz 2025: VW verliert fast die Hälfte des Gewinns und kündigt tiefgreifende Einschnitte an

13. März 2026

Gewinnrückgang und 50.000 Stellenabbau bis 2030 geplant

Volkswagen hat 2025 ein schwaches Ergebnis vorgelegt und reagiert mit einem harten Sparprogramm. Das Konzernergebnis nach Steuern brach um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro ein. Auch der Betriebsgewinn halbierte sich annähernd auf 8,9 Milliarden Euro, während der Umsatz bei 322 Milliarden Euro stagnierte.

Finanzchef Arno Antlitz beschreibt ein Jahr, das von geopolitischen Spannungen, Zöllen und erhöhter Wettbewerbsintensität geprägt gewesen sei. Zugleich zeigte die Restrukturierung erste Fortschritte, und der Netto-Cashflow fiel besser aus als erwartet. Antlitz mahnte jedoch: «Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.»

Konsequenzen für Arbeitsplätze und Vergütung

Als Reaktion auf die Schwäche in wichtigen Märkten kündigte der Konzern an, die Kosten bis Ende 2028 konzernweit um rund 20 Prozent zu senken. Konzernchef Oliver Blume schrieb in einer Aktionärsbotschaft, dass in Deutschland insgesamt bis 2030 etwa 50.000 Stellen abgebaut werden sollen. Ende 2024 hatte VW bereits mit den Gewerkschaften einen Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 vereinbart, vor allem innerhalb der Kernmarke VW.

Die Sparmaßnahmen trafen auch die Vorstände: Blumes Gesamtvergütung sank auf 7,42 Millionen Euro nach 10,35 Millionen Euro im Vorjahr. Zahlreiche Vorstandsmitglieder verzichteten im Zuge des milliardenschweren Sparprogramms auf Teile ihrer Vergütung.

Markt und Regionen: China und USA belasten

Die Auslieferungen des Konzerns fielen 2025 leicht auf 8,98 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 0,5 Prozent. Zwar legten die Verkäufe in Europa zu, die Rückgänge in China und Nordamerika konnten das aber nicht ausgleichen. Für die USA sind vor allem geänderte Zoll- und Subventionsregelungen eine Belastung; in der Folge gerieten auch Projekte wie das geplante Werk für Elektro-Pickups der Marke Scout unter Druck.

Porsche als Speerspitze der Probleme

Besonders schwer hat es die Sportwagenmarke Porsche getroffen. Das operative Ergebnis brach von knapp 5,3 Milliarden Euro 2024 auf 90 Millionen Euro 2025 ein. Inklusive Finanzdienstleistungen blieb ein Ergebnis von 413 Millionen Euro. Gründe sind insbesondere ein Absatzrückgang in China, US-Zölle und Fehleinschätzungen beim Tempo des Umstiegs auf Elektroantriebe. Vor diesem Hintergrund verlagert Porsche einen Teil seiner Modellpolitik wieder stärker auf konventionelle Antriebe, um Nachfrage zu stabilisieren.

Ausblick

Für 2026 strebt Volkswagen eine Rückkehr zu höherer Profitabilität an. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll wieder zwischen 4,0 und 5,5 Prozent liegen. Analysten sehen Chancen insbesondere in einer stärkeren lokalen Produktion und Lieferkettenentwicklung in China, die Kostenvorteile bringen könnte. Ob diese Strategien greifen und wie tief die Sparmaßnahmen Industrie, Beschäftigte und Standorte in Deutschland treffen werden, bleibt eine der entscheidenden Fragen für das laufende Jahr.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: tagesschau.de
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