BMW vor Durchbruch bei EU‑Verhandlungen um China‑Importe
EU und BMW verhandeln über Mindestimportpreise
Nach Angaben aus Brüssel stehen der EU‑Kommission und der Münchener Konzern BMW in fortgeschrittenen Gesprächen, die die Praxis der Strafzölle auf in China gefertigte Elektroautos neu regeln könnten. Kernpunkt der Verhandlungen ist ein vorgeschlagener Mindestimportpreis für Fahrzeuge aus chinesischer Produktion, mit dem zusätzliche Zölle hinfällig werden könnten.
Betroffen sind insbesondere die Modelle Aceman und Cooper der Marke Mini, die in einem Joint‑Venture mit dem chinesischen Hersteller Great Wall Motors entwickelt und gebaut werden. Aktuell liegt der Gesamtzollsatz für diese Modelle bei 30,7 Prozent. Das ist deutlich mehr als bei Wettbewerbern wie BYD mit 27,0 Prozent oder Tesla mit 17,8 Prozent und belastet die Preisgestaltung der kompakten Elektro‑Modelle erheblich.
BMW‑Chef Oliver Zipse begleitet in diesen Tagen Bundeskanzler Friedrich Merz auf dessen China‑Reise, deren erklärtes Ziel unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen ist. Während die diplomatischen Gespräche in Peking laufen, könnten die Verhandlungen mit der EU‑Kommission dem Konzern kurzfristig eine finanzielle Entlastung bringen, sollte ein Mindestimportpreis vereinbart werden, der die bisherigen Strafzölle ersetzt.
Die elektrischen Minis zählen zu den Verkaufsschlagern: Daten des Kraftfahrtbundesamts zeigen, dass die Modelle im Januar 2026 zu den Top‑Neuzulassungen in Deutschland gehörten. Die Entscheidung Brüssels aus dem Herbst 2024, zusätzliche Zölle auf in China gefertigte E‑Autos zu erheben, basierte auf der Einschätzung, dass staatliche Subventionen in China den Wettbewerb verzerren. Die nun diskutierte technische Lösung mit Mindestpreisen soll genau diese Wettbewerbsverzerrung adressieren, ohne unmittelbar neue politische Schritte zu erfordern.
Für BMW stünde bei einer Einigung nicht nur eine spürbare Kostensenkung, sondern auch eine Entlastung bei der Preispositionierung gegenüber chinesischen Wettbewerbern an. Für Verbraucher könnten niedrigere Preise und stabilere Verfügbarkeit folgen. Beobachter warnen jedoch, dass eine Einigung am Ende auch politische Signale senden würde, die andere Hersteller und die EU‑Wettbewerbspolitik betreffen könnten.
Wie die Gespräche ausgehen, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass das Ergebnis weit über den Konzern hinaus Wirkung entfalten würde: Es geht um Marktregeln für eine der strategisch wichtigsten Branchen und um die Frage, wie Europa auf die wachsende Wettbewerbsstärke der chinesischen Autoindustrie reagiert.

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