DAX zahlt Rekorddividende von 55,3 Milliarden Euro – Autoaktionäre spüren den Preis des Umbruchs
DAX schüttet Rekord-Ausschüttungen aus, doch die Branche der Autohersteller zahlt deutlich weniger
München – Die Aktionäre der 40 größten deutschen Börsenkonzerne erhalten in diesem Jahr so viel Dividende wie nie zuvor: Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung EY beträgt die Gesamtausschüttung 55,3 Milliarden Euro und liegt damit knapp sechs Prozent über dem Vorjahr. Die Grundlage für den Rekord bilden kräftig gestiegene Nettogewinne, die sich laut Analyse um rund 25 Prozent auf 115,6 Milliarden Euro erhöhten.
EY-Manager Jan Brorhilker wertet die Zahlen als Ausdruck von Zuversicht: «Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten haben viele DAX-Konzerne starke Jahresergebnisse vorgelegt und zahlen deutlich höhere Summen an ihre Anteilseigner.»
Wer profitiert am stärksten
Die Auszahlungsspitze dominiert ein Finanzkonzern: Angeführt wird die Liste von der Allianz mit etwa 6,5 Milliarden Euro, gefolgt von der Deutschen Telekom mit rund 4,8 Milliarden und Siemens mit knapp 4,2 Milliarden. Insgesamt erhöhten 25 der 40 DAX-Unternehmen ihre Dividende, zehn Konzerne kürzten ihre Ausschüttung, und ein Unternehmen im Index schüttet nichts aus.
- Allianz: circa 6,5 Milliarden Euro
- Deutsche Telekom: circa 4,8 Milliarden Euro
- Siemens: circa 4,2 Milliarden Euro
Starke Gewinner und überraschende Ausschläge
Deutliche Steigerungen melden unter anderem der Triebwerksbauer MTU mit einem Plus von rund 64 Prozent sowie die Großbanken Commerzbank und Deutsche Bank mit Zuwächsen von etwa 61 beziehungsweise 44 Prozent. Einige Unternehmen zahlen Dividenden, obwohl sie operative Verluste vermeldeten, darunter Bayer und Continental.
Autobranche zahlt weniger
Für Aktionäre der großen deutschen Autobauer ist die Bilanz hingegen schlechter: Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und die Porsche SE kommen zusammen auf Auszahlungen von rund 11 Milliarden Euro, etwa elf Prozent weniger als im Vorjahr. Hintergrund sind sinkende Gewinne und hohe Investitionskosten im Übergang zur Elektromobilität. Brorhilker kommentiert: «Sinkende Gewinne, hohe Investitionen in Innovationen und Restrukturierungen spiegeln sich in deutlich niedrigeren Dividenden wider. In dieser Phase tragen auch die Aktionäre einen Teil der Transformation.»
Aussichten gedämpft
Bereinigt um Sondereffekte bleibt das Gewinnniveau vieler DAX-Konzerne stabil, doch für das laufende Jahr dämpfen Analysten die Erwartungen. Brorhilker warnt, dass eine Wiederholung der aktuellen Gesamtausschüttung im kommenden Jahr unwahrscheinlich wäre: «Gerade einige Industrieunternehmen stecken in tiefgreifenden Transformationsprozessen. Anleger sollten sich eher auf Rückgänge einstellen.»
Die aktuelle Dividendensaison zeigt damit ein gespaltenes Bild: Große Teile des Marktes belohnen Anleger mit historischen Ausschüttungen, während kapitalintensive Branchen wie die Automobilindustrie die Dividenden zurückfahren, um den teuren Umbau zu stemmen.

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