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Deutsche Autobauer verlieren international an Boden

12. Juni 2026

Umsatz- und Gewinnrückgänge zwingen zur schnellen Neuausrichtung

Die größten deutschen Hersteller haben das erste Quartal des Jahres mit deutlichen Rückschlägen abgeschlossen. Eine Analyse der 19 weltweit größten Autohersteller durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass Volkswagen, Mercedes‑Benz und BMW von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent verzeichneten, während alle betrachteten Unternehmen zusammen ein Plus von 1,7 Prozent erreichten.

Die Verteilung der Entwicklungen ist deutlich: Stellantis und Renault meldeten ein Umsatzwachstum von 6,7 Prozent, US‑Hersteller legten im Schnitt um fünf Prozent zu, japanische Unternehmen um 4,3 Prozent. Chinesische Konzerne blieben mit minus 1,4 Prozent das Schlusslicht der Regionen.

Bei der Profitabilität zog sich die Schere noch weiter auf: Der operative Gewinn (Ebit) aller betrachteten Hersteller fiel um 32,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. EY führt das unter anderem auf Sondereffekte wie hohe Abschreibungen zurück: Honda meldete milliardenschwere Wertberichtigungen im E‑Auto‑Bereich. Das Ergebnis der deutschen Hersteller sank um 23,3 Prozent, während die US‑Konzerne Ford, General Motors und Tesla zusammen ein Plus von 82,9 Prozent erzielten. Die chinesischen Produzenten verzeichneten ein Minus von 43,4 Prozent.

Warum es hakt

EY‑Autoexperte Constantin Gall fasst die Lage so zusammen: «Die gesamte deutsche Autoindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software‑Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse.» Hinzu komme starker Gegenwind in wichtigen Exportregionen wie den USA und China.

Besonders schwierig gestaltet sich die Situation in China: Die drei großen deutschen Marken verzeichneten im ersten Quartal einen Absatzrückgang von rund 16 Prozent. Premiumfahrzeuge verkaufen sich wegen der schwächeren Konjunktur schlechter, und im wachsenden Elektrosegment setzen chinesische Kunden zunehmend auf heimische Marken. Für westliche Hersteller sei dort aktuell wenig zu gewinnen, so Gall.

Folgen für Arbeitsplätze und Standorte

Politiker und Kommunalvertreter in den großen deutschen Autostädten warnen vor massiven Folgen: Jobverluste, Investitionsstopps und mögliche Abwanderung von Zulieferern stehen im Raum. Die Forderung an Brüssel lautet, schnell Rahmenbedingungen zu schaffen, die Modernisierungen und den Strukturwandel unterstützen.

Vor diesem Hintergrund stehen die deutschen Konzerne vor der Aufgabe, ihre Strategien für Software, Produktion und Elektromobilität zu beschleunigen, zugleich aber die Profitabilität in einem schwierigen Marktumfeld zu stabilisieren.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: stuttgarter-zeitung.de
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