Deutschlands Autobauer verlieren Boden im globalen Wettbewerb
Deutsche Autobauer verlieren Boden im globalen Wettbewerb
Berlin. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt einen deutlichen Gewinneinbruch bei den großen deutschen Autokonzernen zu Beginn des Jahres 2026 und dokumentiert zugleich einen internationalen Aufholprozess der Wettbewerber aus den USA und Asien.
Im ersten Quartal schrumpften die kombinierten Gewinne von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW um 23 Prozent. Im gleichen Zeitraum erhöhten US-Konzerne ihren Überschuss um 83 Prozent. Beim Umsatz bildeten die deutschen Hersteller mit einem Rückgang von vier Prozent die Ausnahme, während US-Unternehmen um fünf Prozent und japanische Wettbewerber um vier Prozent wuchsen.
Die durchschnittliche Marge der 19 größten Autokonzerne fiel auf 3,5 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2020. Nach Einschätzung des EY-Branchenexperten Constantin M. Gall sind die Probleme vielschichtig: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Investitionen in Software und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasteten die Erträge.
- Suzuki führt das Profitabilitätsranking mit einer Marge von 10,9 Prozent an, gefolgt von General Motors mit 9,4 Prozent und Kia mit 7,5 Prozent.
- BMW erreicht 6,5 Prozent und belegt Platz vier, Mercedes-Benz kommt auf 6,0 Prozent, Volkswagen steht mit 3,3 Prozent auf Rang 13.
- Besonders problematisch entwickelt sich das Geschäft in China: Der Absatz deutscher Hersteller dort brach um 16 Prozent ein.
Die Schwäche der Margen trifft nicht nur die Konzerne, sondern zieht auch Zulieferer in Mitleidenschaft, darunter zahlreiche Betriebe in Österreich. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, protektionistische Maßnahmen und wechselnde politische Präferenzen für Antriebstechnologien, die das bisherige Umfeld des freien Welthandels erschweren.
Die Studie zeichnet das Bild einer Branche im tiefgreifenden Strukturwandel. Vor den Herstellern steht die Aufgabe, notwendige Investitionen in neue Technologien mit sinkenden Margen zu vereinbaren und neue Absatzmärkte zu erschließen.