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EU-Klimziele auf dem Prüfstand: Autokonzerne fordern entschiedene Kurskorrektur

08. März 2026

Branche warnt vor Existenzrisiko durch starre CO2-Vorgaben

Die europäische Autoindustrie schlägt Alarm: Spitzenvertreter sehen die Wettbewerbsfähigkeit und tausende Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die EU an den derzeitigen Vorgaben zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor festhält. ACEA-Präsident Ola Källenius bezeichnete die aktuelle Politik als nicht hinreichend an die ökonomische Realität angepasst und warnte vor einem Verlust von Investitionen und Innovationskraft.

Forderungen der Hersteller

Vor dem Hintergrund sinkender Markterwartungen verlangen die Hersteller eine spürbare Entschärfung der Regeln. Kernelemente ihrer Forderungen sind:

  • Verlängerung des Berechnungszeitraums für Flottenwerte von drei auf fünf Jahre, um Übergangsbelastungen abzumildern
  • Anrechnung zusätzlicher Kompensationsmaßnahmen wie grüner Stahl oder nachhaltige Kraftstoffe
  • Leichtere Zielvorgaben für leichte Nutzfahrzeuge: 35 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 und 80 Prozent bis 2035 statt derzeitiger Vorgaben
  • Senkung der verpflichtenden 100-Prozent-Quote bis 2035 auf 90 Prozent mit Ausgleich durch Gutschriften

Marktentwicklung und geopolitische Risiken

Die Forderungen gewinnen an Dringlichkeit, weil sich der Markthochlauf der Elektromobilität verlangsamt. Die Neuzulassungen in der EU zeigten zum Jahresbeginn Rückgänge, Hybridmodelle bleiben populär, und bei Transportern dominiert weiterhin der Diesel. Vor diesem Hintergrund korrigierten Hersteller ihre Prognosen deutlich nach unten: Statt der früher erwarteten 69 Prozent reiner Elektrofahrzeuge bis 2030 ist nun von etwa 38 Prozent die Rede.

Zugleich belastet die Abhängigkeit von Zulieferungen aus China die Debatte. Günstigere Produktionsbedingungen dort erhöhen den Druck auf europäische Werke und verstärken die Forderung nach flexibleren politischen Rahmenbedingungen, damit die Industrie im globalen Wettbewerb bestehen kann.

E-Fuels, Lkw-Vorgaben und staatliche Hebel

Teilerfolge gibt es bereits: Für Pkw erhielten Hersteller mehr Zeit zur Anpassung, und für Verbrennungsmotoren wurde die Kategorie E-Fuels only ausgehandelt, die eine künftig emissionsärmere Fortführung ermöglichen soll. Kritisch bewertet die Branche dagegen geplante Instrumente wie den Industrial Accelerator Act, den sie wegen möglicher zusätzlicher Bürokratie für problematisch hält. Statt neuer Hürden fordert die Industrie echte Anreize für Produktion und Markthochlauf.

ACEA und Verbündete sehen die Notwendigkeit einer pragmatischen Neuausrichtung: Nur wenn Klimaspäne und wirtschaftliche Rahmenbedingungen besser synchronisiert werden, lasse sich die Transformation sozialverträglich und innovationsfördernd gestalten. Ohne eine solche Kurskorrektur drohe ein nachhaltiger Standortverlust, der weit über einzelne Fabriktore hinaus spürbar sein werde.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: heise.de
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