Gewinneinbruch im VW-Konzern — Porsche wird zum finanziellen Belastungsfaktor
VW-Konzern rutscht bei Gewinn ab, Porsche sorgt für hohe Belastungen
Wolfsburg/Stuttgart — Europas größter Autobauer hat 2025 einen deutlichen Dämpfer erlitten. Der Konzerngewinn nach Steuern schrumpfte um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro, der Umsatz sank leicht auf knapp 322 Milliarden Euro. VW vermeldet zwar zum Jahresende eine Erholung im Schlussquartal, doch das Gesamtjahr bleibt von hohen Sonderbelastungen geprägt.
Als zentraler Belastungsfaktor stuft der Konzern die Probleme bei Porsche ein. Der einstige Gewinnmotor erzielte im Autogeschäft 2025 operativ lediglich 90 Millionen Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Porsche hatte zuletzt einen Rückgang der Auslieferungen um rund zehn Prozent erklärt und nannte als Gründe Modellwechsel, Angebotslücken, eine restriktivere Verkaufsstrategie und den Verzicht auf Rabatte.
Milliardenbelastungen und regionale Rückgänge
VW benennt mehrere Ursachen für das schwächere Ergebnis: Neben den Effekten aus der Strategie von Porsche belasteten vor allem US-Zölle mit rund drei Milliarden Euro die Bilanz. Der Konzern rechnet ohne diese Einmaleffekte mit einem operativen Ergebnis von 17,7 Milliarden Euro vor Sondereffekten und Zöllen, was einer Marge von 5,5 Prozent entspräche.
Bei den Auslieferungen lag der Konzern 2025 knapp unter der Marke von neun Millionen Fahrzeugen: Insgesamt wurden 8,98 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Minus von 0,5 Prozent. Europa zeigte ein leichtes Plus, konnte jedoch Rückgänge in China und Nordamerika nicht ausgleichen. Besonders stark traf es Porsche in China, wo die Auslieferungen um etwa 26 Prozent zurückgingen.
Personalabbau und Perspektiven für 2026
Vor dem Hintergrund der Ergebnisentwicklung bekräftigt VW seine Spar- und Strukturpläne. Der Konzern plant, bis 2030 in Deutschland rund 50 000 Stellen abzubauen, davon 35 000 bei der Kernmarke Volkswagen. Weitere Abbaupläne betreffen Audi und Porsche; bei Audi sind bis 2029 bis zu 7 500 Stellen vorgesehen, bei Porsche nach bisheriger Planung 3 900 Stellen inklusive Leiharbeitnehmer. Der Konzern betont, dass der Abbau vorrangig über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen soll, betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen.
Für 2026 gibt sich VW vorsichtig optimistisch: Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll sich auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, nachdem sie 2025 auf 2,8 Prozent eingebrochen war. Beim Umsatz strebt der Konzern ein Wachstum von null bis drei Prozent an.
Konsequenzen für Baden-Württemberg und die Branche
Die Krise bei Porsche trifft auch die regionale Industrie im Südwesten, wo Zulieferer und Standorte eng mit dem Sportwagenbauer verflochten sind. Die Landesregierung steht vor der Herausforderung, den Strukturwandel zu begleiten und alternative Beschäftigungsfelder zu fördern, während die Unternehmen in der Region ihre Produktions- und Modellstrategien neu justieren müssen.
Die Entwicklung bei VW und Porsche wird auch 2026 aufmerksam verfolgt: Anleger, Zulieferer und Beschäftigte erwarten nun, ob die angekündigten Maßnahmen und die erwartete Marktberuhigung ausreichen, um die Profitabilität nachhaltig wiederherzustellen.

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