KI-Boom treibt Speicherchippreise – Autobauer stehen vor wachsenden Mehrkosten
KI-Nachfrage treibt Speicherchippreise und belastet Autoindustrie
Deutschlandweit sehen sich Automobilhersteller mit einem neuen Kostentreiber konfrontiert: Die Preise für hochwertigen Arbeitsspeicher sind in kurzer Zeit deutlich gestiegen, weil Tech-Konzerne massiv in KI-Rechenzentren investieren und damit Produktionskapazitäten binden. Analysten rechnen damit, dass ein gut ausgestattetes Fahrzeug in diesem Jahr im Schnitt um rund 129 Euro teurer wird; für große Konzerne können sich die Zusatzkosten so schnell auf mehrere hundert Millionen Euro summieren.
Der Engpass hat seine Ursache außerhalb der Branche. Hyperscaler und Cloud-Anbieter kaufen große Mengen schneller Speicherbausteine für KI-Trainings und bevorzugen wegen höherer Margen entsprechende Produktionslinien. Chipexperten warnen, dass Hersteller deshalb verstärkt margenstarke Komponenten fertigen und die Verfügbarkeit für die Automobilindustrie knapper wird.
Besonders gravierend sind die Preissteigerungen bei spezialisierten Bausteinen: Beratungen melden in Einzelfällen Zuwächse von 300 bis 400 Prozent. Zugleich ist die Versorgungslage fragil; Experten sagen «ab dem zweiten Quartal 2026 kann es bei einigen Produzenten zu Störungen kommen», was kurzfristig zu weiteren Engpässen führen dürfte.
Die Belastung trifft nicht alle Hersteller gleich. Premiummodelle mit umfangreichen Assistenzsystemen und softwarezentrierter Elektronik brauchen besonders viel schnellen Speicher und sind daher anfälliger für Preis- und Verfügbarkeitsprobleme. Volumenhersteller profitieren dagegen von Skaleneffekten und bestehenden Lagerbeständen, müssen aber ebenfalls mit steigenden Beschaffungskosten rechnen.
Als Reaktion prüfen Hersteller und Zulieferer verschiedene Strategien: Der Ausbau langfristiger Lieferverträge, der Aufbau von Sicherheitsbeständen und technische Anpassungen wie die Verringerung des Arbeitsspeichers in Basismodellen gehören dazu. Auch die Auslagerung von Premiumfunktionen in kostenpflichtige Zusatzpakete wird als Möglichkeit diskutiert, ist aber umstritten, weil sie dem Trend zu einheitlicher Hardware und späterer Monetarisierung widerspricht.
Eine rasche Entspannung der Lage ist nicht zu erwarten. Fachleute gehen davon aus, dass der Fokus der Fertigung mindestens bis Ende 2026, wahrscheinlich aber bis 2028 und länger auf dem margenstarken KI-Geschäft liegen wird. Der Aufbau neuer Halbleiterfabriken dauert Jahre, sodass höhere Preise und punktuelle Lieferschwierigkeiten die Perspektive für die kommenden Monate prägen.
Hersteller und Zulieferer in Deutschland beobachten die Entwicklungen aufmerksam und betonen, dass die Lieferketten aktuell noch intakt seien. Zugleich werden gezielte Gegenmaßnahmen geplant, falls die Verfügbarkeit zu einem akuten Produktionshemmnis werden sollte.

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