Mercedes beendet Abfindungsprogramm: rund 5500 Beschäftigte verlassen den Konzern
Ungefähr 5500 Beschäftigte haben Mercedes im Rahmen des Abfindungsprogramms verlassen
Stuttgart – Das groß angelegte Abfindungsangebot von Mercedes-Benz ist planmäßig ausgelaufen. Nach internen Angaben und Berichten aus Unternehmenskreisen haben sich etwa 5500 Mitarbeitende für eine einvernehmliche Trennung entschieden. Der Konzern selbst nennt keine detaillierten Zahlen.
Das Programm, das im April 2025 startete und sich an rund 40 000 Beschäftigte in Deutschland richtete, beruhte auf dem Prinzip doppelter Freiwilligkeit: Trennung war nur möglich, wenn sowohl der Mitarbeitende als auch das Unternehmen zustimmten. Arbeitgeberseitig wurde das Angebot als Teil des Spar- und Effizienzprogramms Next Level Performance angelegt, mit dem bis 2027 jährliche Einsparungen in Milliardenhöhe angestrebt werden.
Was bislang bekannt ist
- Zeitraum: Beginn April 2025, planmäßiges Ende Ende März 2026.
- Adressaten: Beschäftigte in indirekten Bereichen wie Personal, Vertrieb und Marketing, nicht die Produktion.
- Angebote: In Einzelfällen wurden Abfindungen bis zu 500 000 Euro genannt.
- Unternehmenssicht: Mercedes betont, kein übergeordnetes Stellenabbauziel zu verfolgen und die Maßnahmen sozialverträglich umzusetzen.
Medienberichten zufolge habe das Management mit mehr Weggängen gerechnet; andere Stimmen aus dem Unternehmen bewerten den Verlauf als innerhalb der Erwartungen. Der Gesamtbetriebsrat hatte bereits im Herbst 2025 von mehreren Tausend Zustimmungen gesprochen.
Ökonomischer Hintergrund
Mercedes steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Das Geschäftsjahr 2025 war von rückläufigen Ergebnissen geprägt, unter anderem wegen Belastungen durch US-Zölle und verschärften Wettbewerbsbedingungen in China. Der operative Gewinn schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Gleichzeitig beliefen sich die Restrukturierungsaufwendungen 2025 auf rund 1,6 Milliarden Euro, wovon der Großteil auf die Pkw-Sparte entfiel.
Das Programm diente nicht allein dem kurzfristigen Kostensparen. Mercedes betont, mit Next Level Performance langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Produktionskosten spürbar zu senken. Über die nächsten Jahre sind zudem personelle Umschichtungen und Nicht-Nachbesetzungen vorgesehen; eine Beschäftigungssicherung gilt bis Ende 2034.
Blick nach vorn
Für viele Betroffene beginnt nun die Phase der Neuorientierung. Innerhalb des Konzerns laufen zugleich Qualifizierungsangebote und interne Weiterbildungen, die Beschäftigten alternative Perspektiven eröffnen sollen. Wie weit die Abfindungen die geplanten Einsparziele unterstützen und welche strukturellen Folgen sich mittelfristig für Standorte und Arbeitsorganisation ergeben, bleibt ein zentrales Thema für Unternehmen und Betriebsrat.

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