Mercedes-Benz meldet erneuten Gewinnrückgang – Pkw-Sparte bleibt Achillesferse
Mercedes meldet gedämpfte Erholung nach Gewinnrückgang
Stuttgart — Der Stuttgarter Konzern Mercedes‑Benz hat seinen Geschäftsverlauf zum Jahresauftakt mit einem erneuten Gewinnrückgang beendet, zeigt sich aber weniger stark geschwächt als in den vorangegangenen Quartalen. Für das erste Vierteljahr weist das Unternehmen ein Konzernergebnis von 1,43 Milliarden Euro aus, das sind 17,2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal mit 1,73 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel auf 1,9 Milliarden Euro und damit um 16,8 Prozent gegenüber rund 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Konzernumsatz ging um knapp fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro zurück. Besonders unter Druck steht die Pkw‑Sparte: Hier schrumpfte das operative Ergebnis von etwa 1,76 Milliarden Euro auf 809 Millionen Euro, die bereinigte Umsatzrendite sank auf 4,1 Prozent nach 7,3 Prozent im Vorjahresquartal.
- Konzernergebnis Q1: 1,43 Milliarden Euro, minus 17,2 Prozent
- Ebit gesamt: 1,9 Milliarden Euro, minus 16,8 Prozent
- Umsatz: 31,6 Milliarden Euro, minus knapp 5 Prozent
- Pkw‑Sparte Ebit: 809 Millionen Euro, Umsatzrendite 4,1 Prozent
- Pkw‑Absatz: 419.400 Fahrzeuge, minus 6 Prozent, China deutlich rückläufig
Mercedes macht ein anspruchsvolles Marktumfeld verantwortlich, in dem intensiver Wettbewerb, geopolitische Spannungen und handelspolitische Belastungen die Ergebnislage drücken. Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte, die Kennzahlen bewegten sich im Einklang mit der Jahresprognose und bestätigten, dass das Unternehmen auf Kurs sei. Er verwies auf die anhaltend starke Nachfrage nach neuen Modellen und gut gefüllte Auftragsbücher als Grundlage für mehr Dynamik in der zweiten Jahreshälfte: «Die starke Nachfrage nach unseren neuen Produkten und die gut gefüllten Auftragsbücher bilden eine solide Grundlage für mehr Dynamik im zweiten Halbjahr».
Während die Pkw‑Sparte schwächelte, entwickelten sich die Geschäftsbereiche Vans und Financial Services vergleichsweise stabil. Belastend wirkten sich vor allem deutliche Absatzrückgänge in China, negative Wechselkurseffekte, Zölle und der verschärfte Wettbewerb aus. Schon 2025 war das erste Quartal schwach ausgefallen, damals hatte sich das Konzernergebnis um 43 Prozent reduziert.
Als Reaktion auf die anhaltenden Herausforderungen hatte Mercedes ein Sparprogramm aufgesetzt und ein großes Produktanlaufprogramm gestartet. Zwischen 2025 und 2027 plant der Konzern mehr als 40 neue Modelle; in diesem Jahr stellte Mercedes bereits überarbeitete Versionen der S‑Klasse und die neue elektrische C‑Klasse vor.
Zudem unterzeichnete Mercedes im April Verträge zum Verkauf der Leasingtochter Athlon mit der französischen Bank BNP Paribas. Zum Kaufpreis machte der Konzern keine Angaben. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Analysten sehen in den neuen Modellen und der vollen Auftragslage Chancen für eine Erholung im weiteren Jahresverlauf, betonen aber, dass die Erholung von der Entwicklung in China und von makroökonomischen Rahmenbedingungen abhängen wird.

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