Mercedes kündigt mehr als sieben Milliarden Dollar für US-Expansion an und stärkt Werk in Tuscaloosa
Mercedes kündigt Milliardeninvestitionen in den USA bis 2030 an
Stuttgart – Der schwäbische Autobauer Mercedes-Benz will sein Engagement in den Vereinigten Staaten deutlich ausbauen. Bis 2030 sollen nach Unternehmensangaben mehr als sieben Milliarden US-Dollar in US-Aktivitäten fließen, davon mehr als vier Milliarden in das seit 1997 betriebene Werk in Tuscaloosa, Alabama.
Das Management begründet die Entscheidung mit der strategischen Bedeutung des US-Marktes. Mercedes zählt die USA zu den wichtigsten Absatzregionen und will durch zusätzliche Investitionen in Produkte, Infrastruktur und lokale Standorte seine Position weiter stärken. In den vergangenen zehn Jahren habe das Unternehmen im Schnitt bereits rund eine Milliarde Dollar jährlich in den USA investiert.
Hintergrund der Ausbaupläne sind neben Wachstumschancen auch handelspolitische Faktoren: Ein Gewinneinbruch 2025 war unter anderem auf Einfuhrzölle in den USA zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund hatte Mercedes bereits angekündigt, Teile der Produktion des stark nachgefragten GLC in die USA zu verlagern.
Werk Tuscaloosa bleibt zentrale Säule im Produktionsnetzwerk
Mehr als die Hälfte der angekündigten Mittel soll in das Werk in Alabama fließen. Produktionsvorstand Michael Schiebe erklärte, das Investment solle sicherstellen, dass Tuscaloosa auch für die nächste Generation eine wichtige strategische Säule im globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes bleibt. Am Standort werden derzeit Modelle wie GLE, GLS, GLE Coupé sowie vollelektrische SUV wie EQS und EQE gefertigt. Rund 5800 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, etwa 60 Prozent der Jahresproduktion gehen laut Unternehmen in den Export.
Die jüngste Weltpremiere neuer SUV-Modelle fand im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum fünfmillionsten SUV statt, der in Tuscaloosa gefertigt wurde. Konkrete Zeitpläne zur Ausweitung der Produktion, etwa für eine US-Version des GLC, nannten die Vorstände bislang nicht.
Ausblick und Bedeutung für Stuttgart
Für Mercedes in Stuttgart bedeutet die angekündigte Kapitalaufstockung in den USA keinen Rückzug aus Europa, sondern eine Verlagerung von Produktionskapazitäten zur Risikosteuerung und zur Vermeidung von Handelsbarrieren. Analysten sehen in den Investitionen eine Antwort auf protektionistische Tendenzen und eine Absicherung wichtiger Absatzmärkte.
- Gesamtvolumen bis 2030: mehr als 7 Milliarden US-Dollar
- Geplanter Anteil für Tuscaloosa: mehr als 4 Milliarden US-Dollar
- Beschäftigte in Tuscaloosa: rund 5800
- Exportanteil des Werks: etwa 60 Prozent der Jahresproduktion
Die Ankündigung markiert einen weiteren Schritt in der internationalen Aufstellung des Konzerns und zeigt, wie stark die Handelsbedingungen und Marktstrukturen Investitionsentscheidungen multinationaler Autohersteller beeinflussen.

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