Mercedes zufolge rund 5500 Abgänge nach Abfindungsprogramm
Rund 5500 Beschäftigte sollen Mercedes mit Abfindung verlassen haben
Stuttgart — Das landesweite Abfindungsprogramm von Mercedes‑Benz, das im April 2025 für rund 40 000 Beschäftigte in Deutschland gestartet war, ist planmäßig Ende März ausgelaufen. Nach Angaben von unternehmensnahen Kreisen, die das Handelsblatt zitiert, haben etwa 5500 Mitarbeitende das Angebot angenommen.
Der Konzern äußerte sich zu der exakten Zahl nicht. Wie Mercedes gegenüber Redaktionen mitteilte, werden keine konkreten Zahlen zu Teilnahmen veröffentlicht. Beim Auto‑Talk unserer Zeitung hatte der Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali im Oktober bereits von «einigen Tausend» Beschäftigten gesprochen, die das Angebot angenommen hätten.
Berichten zufolge hatte das Management mit noch höheren Abgänge gerechnet. Aus Sicht der Konzernführung sei das Ziel jedoch nicht, einen Wettlauf um möglichst viele Abgänge zu führen. In internen und externen Statements betont Mercedes, die Umsetzung des mit dem Gesamtbetriebsrat vereinbarten Maßnahmenpakets laufe erfolgreich.
Abfindungen als Teil des Sparpakets
Die Abfindungen waren Bestandteil des Programms Next Level Performance, mit dem Mercedes‑Benz bis 2027 jährlich rund fünf Milliarden Euro einsparen will. Neben der Verringerung der Personalkosten zielt das Programm auf eine Reduktion der Produktionskosten um rund zehn Prozent gegenüber 2024. Die Angebote richteten sich laut Unternehmen vor allem an Beschäftigte in indirekten Bereichen wie Personal, Vertrieb und Marketing; einzelnen Mitarbeitenden sollen Abfindungen von bis zu 500 000 Euro angeboten worden sein.
Teil des Konzepts sei es zudem, frei werdende Stellen teilweise nicht nachzubesetzen, um Personalkosten nachhaltig zu senken. Gleichzeitig versichert der Konzern, den Abbau sozialverträglich und fair zu gestalten; eine Beschäftigungssicherung gilt dem Unternehmen zufolge bis Ende 2034.
Bilanz und Folgen
Mercedes steckt in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage: 2025 belasteten unter anderem US‑Zölle und harter Wettbewerb in China das Ergebnis. Der operative Gewinn sank im Jahresvergleich deutlich, und die Restrukturierungsaufwendungen — vor allem Abfindungen und weitere Kosten des Personalabbaus — summierten sich 2025 auf 1,6 Milliarden Euro, wovon 1,2 Milliarden auf die Pkw‑Sparte entfielen.
Was die Zahl der Abgänge konkret für die Organisation, verbliebene Teams und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, wird nun intern weiter bewertet. Während das Management die Maßnahmen als notwendig zur Stabilisierung der Kostenbasis bezeichnet, bleiben für Beschäftigte und Betriebsrat Fragen zur Umsetzung und zu den Folgen für Arbeitsbelastung und Nachbesetzung offen.

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