Stellantis plant massiven Abbau im Opel-Entwicklungszentrum
Stellantis will mehr als ein Drittel der Ingenieursstellen streichen
Rüsselsheim – Der Schrumpfkurs bei Opel trifft erneut das Entwicklungszentrum am Stammsitz. Der Mutterkonzern Stellantis kündigt an, die Zahl der Entwickler in Rüsselsheim von aktuell etwa 1650 auf rund 1000 zu reduzieren. Damit würde mehr als ein Drittel der Ingenieursstellen wegfallen und zahlreiche Beschäftigte stünden vor großer beruflicher Ungewissheit.
Nach Unternehmensangaben sollen die verbleibenden Teams künftig Fahrzeuge für Opel und die baugleiche britische Marke Vauxhall gemeinsam entwickeln. Zudem gehören Aufgaben wie Beleuchtung, Fahrerassistenz, Batterieentwicklung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion zum Aufgabenfeld des Standorts.
Stellantis betont, den Betriebsrat bereits informiert zu haben und einen konstruktiven Dialog anzustreben. Das bisher bis 2029 vereinbarte Ausstiegsprogramm reiche nach Unternehmensangaben nicht aus, weshalb zusätzliche Abfindungsprogramme und weitere sozialverträgliche Maßnahmen geprüft würden. Formal sollen organisatorische Schritte erst nach ausführlicher Anhörung und Beratung mit dem Sozialpartner erfolgen.
Opel-Personalchef Ralph Wangemann unterstrich zugleich das strategische Bekenntnis zum Stammsitz und verwies auf geplante Investitionen in die neue Unternehmenszentrale Green Campus auf dem Rüsselsheimer Werksgelände. Dort sollen Forschung, Entwicklung, Design und Teile der Verwaltung von Stellantis Deutschland künftig zusammengeführt werden.
Gewerkschaften und Betriebsrat zeigten sich alarmiert und kündigten Beratungen an, um Belastungen für Beschäftigte so gering wie möglich zu halten. Für viele Ingenieure bedeutet die Ankündigung die Suche nach beruflichen Alternativen in einem Markt, der von Umstrukturierungen und nachlassender Nachfrage in Bereichen wie Elektromobilität geprägt ist.
Die kommenden Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern werden den weiteren Verlauf bestimmen. Klar ist bereits jetzt, dass die geplanten Maßnahmen die Zukunft des Entwicklungsstandorts nachhaltig beeinflussen können.

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