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Trotz Kündigungsschutz: So hat Mercedes 5500 Jobs freiwillig abgebaut

08. April 2026

5500 Mitarbeiter verlassen Mercedes trotz bestehendem Kündigungsstopp

Stuttgart — Beim Traditionskonzern Mercedes-Benz haben zwischen April 2025 und Ende März 2026 rund 5500 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, obwohl betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2034 ausgeschlossen sind. Der Konzern setzte auf ein freiwilliges Abfindungsprogramm, um Verwaltung, Entwicklung und IT schlanker zu gestalten und Kosten zu senken.

Das Programm mit dem internen Namen «Next Level Performance» richtete sich an etwa 40 000 Nicht-Produktionstalente in Deutschland. Rund 5500 Angebote wurden angenommen; viele davon von langjährig Beschäftigten, die das Unternehmen gegen hohe Zahlungen verließen.

Wie das Abfinden funktioniert hat

  • Freiwilligkeit statt Zwang: Da Kündigungen unzulässig sind, lockte Mercedes mit finanziellen Anreizen.
  • Hohe Abfindungen: Laut Berichten konnten Mitarbeitende mit langjähriger Zugehörigkeit fünfstellige Monatsgehälter kompensiert bekommen. Beispielhaft erhielt ein 55-jähriger Teamleiter mit rund 9000 Euro Monatsgehalt und 30 Jahren Betriebszugehörigkeit mehr als 500 000 Euro. Eine 45-jährige Sachbearbeiterin mit 20 Jahren im Unternehmen soll über 300 000 Euro bekommen haben.
  • Personalziel im Sparpaket: Die Abfindungen sind Teil eines umfassenden Sparprogramms, mit dem Mercedes bis 2027 dauerhaft rund 5 Milliarden Euro einsparen will. Vom Personalabbau sollen etwa 1 Milliarde Euro eingespart werden.

Standortschließungen und Verlagerungen

Neben den Abfindungen kündigte Mercedes 2025 die Schließung mehrerer Standorte in Deutschland an, darunter Koblenz, Mainz, Dortmund, Neu-Ulm und Lübeck. Zugleich verlagert der Konzern Teile der Produktion ins Ausland: Die Fertigung der A-Klasse soll laut Berichten ab dem zweiten Quartal 2026 vom Werk Rastatt nach Kecskemét in Ungarn verlegt werden.

Konzernseitig wird das Programm als erfolgreich dargestellt, intern sei man jedoch «nicht ganz zufrieden», da laut Berichten mehr Abgänge gewünscht gewesen wären. Für viele Beschäftigte bedeutet der Schritt persönlichen Umbruch und finanzielle Absicherung zugleich, für Regionen und Standorte dagegen Arbeitsplatzverluste und wirtschaftliche Belastungen.

Ausblick

Der freiwillige Abbau zeigt, wie Unternehmen mit rechtlichen Restriktionen umgehen können: Statt formaler Kündigungen greift Mercedes zu hohen Abfindungen und Standortentscheidungen. Die Folgen für Beschäftigte, Zulieferer und Regionen werden auch in Stuttgart und den betroffenen Städten noch länger spürbar sein.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: bild.de

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