VW in der Krise: Gewinn bricht ein, Konzern kündigt 50.000 Stellenabbau in Deutschland an
Gewinn fast halbiert, massiver Stellenabbau für Deutschland angekündigt
Der Volkswagen Konzern steckt wieder im Krisenmodus. Für 2025 meldete der Autobauer einen bereinigten Gewinnrückgang von 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro bei einem stagnierenden Umsatz von rund 322 Milliarden Euro. Das ist der schwächste Jahreswert seit dem Dieselgate-Schock vor einem Jahrzehnt.
In einem Brief an Aktionäre erklärte Vorstandschef Oliver Blume, dass das Unternehmen zwar Fortschritte bei der Neuausrichtung zeige, sich aber in einem deutlich veränderten Umfeld bewege. «Deshalb werden wir nicht nachlassen, den eingeschlagenen Weg konsequent zu verfolgen», heißt es von Blume.
Finanzvorstand Arno Antlitz machte geopolitische Spannungen, Zölle und verschärften Wettbewerb für das schwächere Ergebnis verantwortlich. Trotz eines besseren Netto-Cashflows als erwartet reiche das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung langfristig nicht aus, so Antlitz.
Als Folge kündigte VW an, in Deutschland bis 2030 insgesamt rund 50.000 Stellen zu streichen. Das sind 15.000 mehr als die bislang vereinbarten 35.000. Weltweit beschäftigte der Konzern zuletzt noch etwa 662.900 Menschen, rund 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Absatzentwicklung ist uneinheitlich: Europa verzeichnete ein Plus von fünf Prozent, Südamerika sogar zehn Prozent. Hingegen gingen die Verkäufe in Nordamerika um zwölf Prozent und in China um sechs Prozent zurück. Insgesamt verkaufte VW knapp neun Millionen Fahrzeuge, etwas weniger als im Vorjahr.
Die Ankündigung trifft Zulieferer und Regionen, die eng mit dem Konzern verbunden sind. So macht eine Studie aus dem Jahr 2024 deutlich, dass in Österreich mehrere tausend Arbeitsplätze direkt von VW abhängig sind und hunderte heimische Firmen die deutschen Werke beliefern. Angesichts der Dramatik der Zahlen bleibt offen, wie sich die ehrgeizigen Spar- und Effizienzprogramme auf Produktion, Forschung und Standorte konkret auswirken werden.
Die Konzernspitze betonte, dass weitere Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Verbesserung der operativen Rendite geplant seien. Ziel ist eine Rendite von vier bis 5,5 Prozent, deutlich über dem Vorjahreswert von 2,8 Prozent. Ob diese Zielmarken ohne zusätzliche strukturelle Eingriffe oder schmerzliche Einschnitte erreichbar sind, wird die nahe Zukunft zeigen.

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