VW nach Gewinnsturz kündigt Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland an
Gewinneinbruch zwingt VW zu massiven Stellenkürzungen
Wolfsburg — Der Volkswagen-Konzern hat 2025 einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet und reagiert mit einem umfangreichen Personalabbau in Deutschland. Der Nettogewinn fiel um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro und markiert damit das schwächste Ergebnis seit der Dieselkrise 2016.
In einem Schreiben an Aktionäre kündigte Vorstandschef Oliver Blume an, dass bis 2030 insgesamt rund 50.000 Stellen innerhalb des Konzerns in Deutschland wegfallen sollen. Die Zahl bezieht sich auf alle Konzernmarken in Deutschland. Schon Ende 2024 hatte VW für die Kernmarke eine Reduktion von etwa 35.000 Stellen bis 2030 angekündigt.
Belastungsfaktoren und Marge stehen im Mittelpunkt
Als wesentliche Gründe für das schwächere Ergebnis nennt VW milliardenschwere Belastungen bei der Sportwagentocher Porsche, gestiegene US-Importzölle sowie hohe Kosten für den umfassenden Konzernumbau hin zu Elektromobilität und Software. Die operative Leistung von Porsche sank drastisch und zog das Gesamtergebnis deutlich nach unten. Finanzvorstand Arno Antlitz warnte, dass die bereinigte operative Rendite mit 4,6 Prozent nicht ausreiche, und betonte, dass ohne Zollbelastungen die Rendite bei 5,5 Prozent gelegen hätte.
Umsatz stabil, Profitabilität unter Druck
Der Umsatz blieb mit knapp 322 Milliarden Euro nahezu stabil (minus 0,8 Prozent), was zeigt, dass nicht primär Absatzmengen, sondern die Profitabilität leiden. Weltweit verkaufte der Konzern knapp neun Millionen Fahrzeuge, wobei die Verkäufe in Nordamerika und China merklich zurückgingen, während Europa und Südamerika Zuwächse verzeichneten.
Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Auftragsbestand stieg auf 22 Prozent, und der Absatz von E-Autos legte um 55 Prozent zu. Dennoch belasten Entwicklungskosten, Batterien und Produktion die Margen weiterhin erheblich, sodass die Umstellung auf Elektromobilität kurzfristig noch auf die Profitabilität drückt.
Sozialer Rahmen und Reaktionen
Die mit der IG Metall vereinbarte Tarifeinigung sieht vor, dass bis Ende 2030 keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen dürfen. Wie genau der Konzern den angekündigten Abbau organisatorisch und sozialverträglich gestalten will, bleibt abzuwarten. In Wolfsburg und an weiteren Standorten wird heute mit Sorge auf die angekündigten Maßnahmen reagiert.
VW steht damit vor der Herausforderung, den Wandel zur Elektromobilität zu finanzieren und zugleich die wirtschaftliche Stabilität für Aktionäre und Beschäftigte zu sichern. Der bevorstehende Personalabbau dürfte die Debatte um Strukturwandel, Produktionsstandorte und soziale Absicherung in der deutschen Automobilindustrie weiter anheizen.

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