newsbezeichnung

VW nach Margenrutsch: Konzernchef kündigt harten Sparkurs und umfangreichen Umbau an

11. März 2026

Marge fällt auf Dieselkrisen-Niveau und führt zu einem neuen Sparkurs

Wolfsburg. Europas größter Autobauer steht unter massivem Druck: Nach einem schwachen Geschäftsjahr sanken die Renditen auf ein Niveau, das an die Dieselkrise erinnert. Konzernchef Oliver Blume teilte bei der Vorlage der Jahreszahlen mit, der bisherige Sparkurs werde deutlich verschärft.

Blume machte klar, dass das Management jede Möglichkeit zur Kostensenkung prüfen werde. «Wir werden jeden Stein umdrehen», sagte er vor Journalisten und kündigte einen breit angelegten Transformationsplan an, der von Entwicklung über Einkauf und Produktion bis zu Vertrieb und Qualität alle Bereiche umfasse.

Schwäche in China und Unsicherheit durch geopolitische Risiken

Als Treiber der aktuellen Lage nannte der Vorstand mehrere Faktoren: schwächeres Absatzwachstum in China, die laufende Umstrukturierung der Tochter Porsche, steigende geopolitische Risiken und anhaltende Herausforderungen in der Softwareeinheit Cariad. Zusammen führten diese Faktoren zu einem spürbaren Druck auf die Marge.

Bereits Ende 2024 hatten VW und die Gewerkschaften einen Personalabbau in Deutschland von 35.000 Stellen bis 2030 vereinbart. In seinem Schreiben an die Aktionäre präzisierte Blume nun, dass sich die Zahl der betroffenen Stellen konzernweit, etwa unter Einbeziehung von Marken wie Porsche und Audi sowie der Softwareeinheit, auf rund 50.000 summiere. Ende 2024 arbeiteten rund 293.000 Beschäftigte für den Konzern in Deutschland.

Breiter Transformationsplan statt punktueller Maßnahmen

Nach Angaben des Vorstands soll der nun angekündigte Plan über bisherige Programme hinausgehen. Geplant seien weitere Effizienzprogramme in Forschung und Entwicklung, striktere Einkaufsbedingungen, Anpassungen in der Fertigung und eine Prüfung der Vertriebs- und Qualitätsstrukturen. Einen konkreten Zeitplan nannte Blume nicht.

Analysten sehen in der Ankündigung ein Signal an die Kapitalmärkte, dass VW kurzfristig an Profitabilität arbeiten will, um Investorenvertrauen zurückzugewinnen. Anleger reagierten zurückhaltend; kurzfristig könnten Einsparprogramme zu Reibungen in der Belegschaft und zu politischem Widerstand führen.

Ausblick

Der Konzern steht nun vor der Herausforderung, Sparziele umzusetzen, ohne die strategischen Umbaupläne für Elektromobilität und Software zu gefährden. Ob der angekündigte Transformationsplan reicht, um die Marge nachhaltig zu stabilisieren, wird entscheidend von der Entwicklung der Nachfrage in China, von der Umsetzung der Restrukturierungen bei Tochtergesellschaften und von der Fähigkeit des Managements abhängen, Einsparungen sozialverträglich zu gestalten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: handelsblatt.com
Copyright © 2000 - 2026 | 1A Infosysteme GmbH | Content by: 1a-sites-jobs - Veröffentlichung: 13.03.2026  - C46742 - [Bildnachweis]