VW vor massivem Sparkurs: Gewinne brechen ein, 50.000 Jobs in Deutschland bedroht
VW erleidet herben Gewinneinbruch und kündigt weitreichende Einschnitte an
Der Volkswagen-Konzern hat für 2025 einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen und kündigt ein strenges Sparprogramm an, das bis 2030 Hunderttausende Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland verändern könnte. Konzernchef und Finanzvorstand nennen Belastungen aus Sondereffekten und geopolitischen Faktoren als Gründe für die Schwächephase.
Wolfsburg. Europas größter Autobauer meldet für das Geschäftsjahr 2025 ein Konzernergebnis nach Steuern von rund 6,9 Milliarden Euro und damit ein Minus von etwa 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 12,4 Milliarden Euro erzielt wurden. Der Umsatz fiel leicht auf knapp 322 Milliarden Euro und damit auf das niedrigste Niveau seit der Krise 2016.
Besonders schmerzhaft wirkten sich Sonderbelastungen bei der Tochter Porsche aus, die infolge strategischer Kurskorrekturen höhere Kosten verursachten. Hinzu kamen Milliardenbelastungen durch US-Zölle. Im dritten Quartal wies der Konzern sogar einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro aus, konnte sich im Schlussquartal jedoch wieder stabilisieren.
Bei den Auslieferungen verringerte sich die Stückzahl auf 8,98 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang um 0,5 Prozent. Regionale Unterschiede prägen das Bild: In Europa gab es Zugewinne, die Rückgänge in China und Nordamerika konnten diese jedoch nicht vollständig ausgleichen. Elektrofahrzeuge legten weiter zu und machten 22 Prozent des Bestands aus, der Absatz von reinen E-Autos stieg um 55 Prozent.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz, der Konzern werde weiter konsequent Kosten senken. In einem Schreiben an die Aktionäre nannte Vorstandschef Oliver Blume konkrete Einsparziele: Insgesamt sollen in Deutschland bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern wegfallen. Ende 2024 hatte VW mit den Gewerkschaften bereits einen Abbau von 35.000 Stellen vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW.
Der angekündigte Zubau zum bisherigen Abbaupaket erhöht die Belastung für den Arbeitsmarkt in den betroffenen Regionen und dürfte neue Verhandlungen mit den Sozialpartnern nach sich ziehen. Politik und Gewerkschaften dürften auf konkrete Pläne zur Verteilung der Einschnitte, zur Sozialverträglichkeit und zu regionalen Folgen drängen.
Analysten sehen in dem Schritt eine Reaktion auf die Kombination aus strukturellem Wandel in der Automobilindustrie, geopolitischen Handelshemmnissen und den finanziellen Belastungen durch marktspezifische Fehlsteuerungen. Für viele Beschäftigte beginnt nun die Phase der Unsicherheit, in der genaue Zahlen, betroffene Standorte und Zeitpläne geklärt werden müssen.

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