SAIC baut erste EU-Fabrik in Galicien – Spanien als Sprungbrett für chinesische Hersteller
Chinesischer Hersteller SAIC plant umfangreiche Produktionsanlage in Spanien
Berlin, 01. Juni 2026 — Der chinesische Autokonzern SAIC Motor hat angekündigt, seine erste Fabrik innerhalb der Europäischen Union im Nordwesten Spaniens zu errichten. Die Regionalregierung von Galicien nennt eine Anfangsinvestition von rund 200 Millionen Euro.
Geplant ist ein Werk am Rand der Hafenstadt Ferrol. Nach Angaben der Regionalbehörden sollen nach Abschluss einer zweiten Ausbauphase ab 2028 jährlich bis zu 120 000 Fahrzeuge vom Band laufen. Direkt entstehen dürften etwa 1000 Arbeitsplätze, hinzu kommen indirekte Beschäftigungseffekte in Zulieferern und Logistik.
Der Baustart ist für das kommende Jahr vorgesehen, vorausgesetzt die spanische Zentralregierung erteilt die erforderliche Genehmigung für die ausländische Direktinvestition. SAIC ist in Europa vor allem durch die Marke MG bekannt und erlebt hier wachsende Nachfrage, insbesondere im Segment elektrischer Fahrzeuge.
Die Entscheidung unterstreicht Spaniens wachsende Rolle als Standort für chinesische Hersteller. Konkurrent Chery plant laut Berichten bereits die Produktion in einem ehemaligen Nissan-Werk bei Barcelona. Analysten sehen in Spanien eine Kombination aus wettbewerbsfähigen Kosten, gutem Hafenanschluss und politischer Bereitschaft, ausländische Investitionen zu fördern.
Für die EU bedeutet das Vorhaben sowohl wirtschaftliche Chancen als auch politische Fragen. Während Regionen von Industriestandorten und neuen Jobs profitieren, stellen sich auf nationaler und europäischer Ebene Fragen zur Kontrolle sensibler Technologien, zu Umweltauflagen und zur langfristigen Einbindung lokaler Zulieferketten.
SAICs Vorstoß wird daher nicht nur als Ausbau der Produktionskapazitäten verstanden, sondern als weiterer Prüfstein für die Balance zwischen öffentlicher Förderung, strategischer Autopolitik und dem Bedarf der Industrie nach internationaler Verflechtung.

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